Hallenbad – die unendliche Geschichte

Heute fuhren wir auf Einladung von Bürgermeister Hubert Fischer zusammen mit einer kleinen Anzahl von Stadträten nach Buchloe um das dortige Hallenbad zu besichtigen. Bekanntlich wurde die Sanierung des dortigen Bades (gleicher Architekt, ähnliche Optik) als Vorbild für eine mögliche Sanierung unseres Hallenbades ins Spiel gebracht. Schon von außen zeigte sich, dass es so eine Sache mit den Vorbildern ist. Der erste Kommentar: „Das ist das Baby von unserem Bad“. Das Bad in Buchloe ist deutlich kleiner, sowohl in der Höhe(und Beckentiefe) als auch von der Breite.

Schon von außen ist klar: das sind ganz andere Dimensionen als in Krumbach

Der Bürgermeister von Buchloe, Josef Schweinberger, erläuterte zusammen mit seinem Architekten, den Hochbauleuten und dem Bademeister die Details der Sanierung. Schnell war klar, dass sich die Situation der beiden Bäder nur bedingt vergleichen lässt. In Buchloe gibt es weder einen Sprungturm und damit verbunden auch keinen Beckenteil mit einer Tiefe von 3,8m. Es gibt keinen separaten Nichtschwimmerbereich. Durch die kleineren Abmessung konnten auch andere Baumaterialen verwendet werden. So fehlen hier die aus Krumbach bekannten Leimbinder in der Deckenkonstruktion. Vielmehr wurde dort mehr mit Stahl gearbeitet. Und viele Kleinigkeiten mehr. Z. B. wurde dort Fußbodenheizung nicht im Boden installiert (wie in Krumbach und anderswo üblich) sondern als Deckenheizung unter den Fußboden „geschraubt“. Was natürlich bei der aktuellen Sanierung von Vorteil war.

Nur ein Schwimmbecken, kein Sprungturm, andere Deckenkonstrution

Als Nichtfachmann für Schwimmbadbauten fällt es mir schwer, alle Details korrekt wiederzugeben. Aber so viel wurde auch mir klar: Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Das ist sicherlich auch bei denjenigen hängen geblieben, die dabei waren. Leider nutzten zu wenige Ratsmitglieder die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die „halb so teure Alternative“ zu informieren, die zur Zeit durch die Bevölkerung geistert.

Das Thema wird nun schon seit sechs Jahren im Stadtrat auf und ab diskutiert. Letztendlich sind die Ratsmitglieder auch nur schwimmbadtechnische Laien, die sich auf Expertenrat verlassen müssen, weil sie eben nicht die Fachleute für Energie, Kosten, Statik, Baumaterialen, Förderungen und noch vieles mehr sind.  Gefühlt nimmt sich im Rat leider nicht jeder die Zeit, sich mit der notwenigen Intensität in die fremde Thematik einzuarbeiten. Aber die Informationsgrundlage der Räte ist, schon aufgrund der zahlreichen Sitzungen, auch bei den weniger Interessierten sicher besser als bei der Mehrheit der Bevölkerung. Was hier ein Bürgerentscheid bringen soll ist schwer zu verstehen: Noch mehr Laien sollen über einen Sachverhalt  entscheiden, der ihnen praktisch völlig fremd ist. Quasi „Vox populi“ statt Fachkenntnis. Wenn das die Zukunft kommunalpolitscher Entscheidung ist…

Wir haben jeden Samstag 60 Kinder in unserer Jugendgruppe. Mit jeder Volte rückwärts steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr geliebtes Training nicht nur für notwendige Zeit der Sanierung / des Neubaus in einer für ein vernünftiges Jugendtraining unattraktiven Kleinschwimmhalle durchführen müssen. Sondern dass das Hallenbad aus technischen Gründen schließt und unnötig zusätzliche Monate ins Land gehen ohne dass auch nur ein Stein bewegt wird. Ganz zu schweigen vom Rest der Krumbacher Bevölkerung, die komplett ohne Hallenbad dasteht.

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