Geschichte der Wasserrettung

Schwimmen ist seit ca. 7000 Jahren bekannt

Beweis: Agyptische Hieroglyphen, Afrikanische Felszeichnungen, Assyrische Darstellungen

Griechen: „er kann weder lesen noch schwimmen“ = dummer Mensch

Römer: prägten den Begriff des Freischwimmens

Germanen: Schwimmen Teil der Kriegskunst

Woher kommen die Begriffe Selbstrettung und Fremdrettung?

Selbstrettung:

480 v.Chr. Herodot über die Seeschlacht von Salamis:
„geringer war die Zahl der Toten bei den Hellenen, denn da sie schwimmen konnten, so schwammen sie nach Salamis hinüber, wenn ihr Schiff verloren ging.“

Fremdrettung:

Nordische Sage:
Helga, Frau eines Geächteten auf der Flucht, schwamm mit ihrem 4jährigen Sohn über den „Helgasund“ (Transportschwimmen). Anschließend rettete sie ihren 8jährigen Sohn, weil sich dieser nicht mehr über Wasser halten konnte.

Im laufe der Zeit machten sich einzelne Personen Gedanken zur Hilfeleistung im Wasser.

1538 1. Schwimmlehrbuch des Jngolstädters Professor
Nicolaus Wijnmann in Augsburg.

1675 Pfarrer Sebastian Albinus aus Dittersbach gibt Hilfsanweisungen

Aber erst im 18. Jahrhundert zielbewusste Bestrebungen im Kampf gegen den Ertrinkungstod.

1756 Ratsdecret der freien Stadt Augsburg zur Hilfe bei Ertrinkungsfällen.

1767 in Amsterdam erste europäische Wasserrettungsstation.

1768 in Hamburg erste deutsche Wasserrettungsstation.
(Hamburgische Gesellschaft zur Rettung Ertrunkener)

1770 Einrichtung von Wasserrettungsstationen in Gotha, Eutin, Leipzig, Hannover, Stralsund, Swinnemünde Magdeburg, Münster Breslau, Dorpat.

1791 Prag

1800 Berlin

1804 Augsburg

Die Geschichte des modernen Wasserrettungsdienstes in Deutschland ist weitgehend die Geschichte des Roten Kreuzes. (gegründet 1863)

Die Männervereine vom Roten Kreuz betrieben schon bald Wasserrettungsdienst.

Bereitschaften für Wasserrettungsdienst in:
(vor 1889) Berlin
Bayern
Bodensee
1883 Regensburg
1896 Bayerische Seen
1908 wurde in München vom Sanitätskolonnenführer Freiherr Stromer von Reichenbach Maßnahmen zur Rettung Ertrinkender an den Flußläufen und Seen vorgeschlagen, um die ab 1896 getroffenen Vorkehrungen weiter auszubauen.

Neben dem Roten Kreuz entstanden noch andere Wasserrettungsdienste.

1886 Deutsche Schwimmverband (DSV) sah es als eine Aufgabe mit an, den Wasserrettungsgedanken zu pflegen.

1912 Die Lebensrettungsgesellschaft DSV“ ging über in die

1913 (19.10.) gegründete „Deutsche Lebensrettungsgesellschaft“ (DLRG)

Die Arbeit der DLRG wurde durch Ausbruch des 1. Weltkrieges und den folgenden Inflationsjahren unterbrochen.

1925 (10.01.) Wiedergründung der DLRG in Berlin

Tätigkeit: Ausbildung von Rettungsschwimmern, Einrichtung von Wasserrettungsstationen. Die Besatzungen stellten meist die Angehörigen der örtlichen Schwimmvereine und Angehörige des Roten Kreuzes.

Intensiven Wasserrettungsdienst betrieb der AWRD Arbeiter – Wasserrettungs – Dienst.

1933 wurde der AWRD durch die Nazis verboten.

Ab 1933 ein allgemeines Stagnieren des Wasserrettungsdienstes.

Nach Kriegsausbruch kaum noch Rettungswachen, teilweise noch Ausbildungsarbeit an den Schulen.

1945 Absolutes Ende der DLRG durch ein Betätigungsverbot der Besatzungsmächte.

Nur das Rote Kreuz konnte seine Arbeit fortsetzen, ja sogar ausweiten. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) bekam von der Besatzungsmacht den Auftrag, einen umfassenden Rettungsdienst auf dem Lande, in den Bergen und am und im Wasser einzurichten und zu betreiben.

In der Folge entstanden:

BRK – Bergwacht
BRK – Wasserwacht

Die Wasserwacht gibt es nicht nur in Bayern sondern auch in anderen Landesverbänden des Roten Kreuzes.

Die DLRG wurde 1947 wiedergegründet. Versuche des Zusammenschlusses blieben erfolglos.

So bestehen heute in der Bundesrepublik Deutschland zwei Wasserrettungsorganisationen. Sie gewährleisten, dass dem Ertrinkungstod ein erfolgreicher Kampf angesagt ist.

Ergänzend zum früheren Wasserrettungsdienst des Roten Kreuzes unternahm die DRK-Wasserwacht schon bald nach dem Kriege auch zusätzliche vorbeugende Maßnahmen zur Sicherheit am Wasser. Im Rahmen einer umfangreichen Breitenausbildung richtete sie Kurse zur Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern ein.