Zeitungsberichte 2006

Bericht am 30.04.2006 in den Mittelschwäbischen Nachrichten


Bericht am 30.04.2006 im Extra Wochenblatt


Bericht am 23.09.2008 in den Mittelschwäbischen Nachrichten

islaufen kann gefährlich sein In Krumbach prüft das Bauamt aber täglich die Eisdicke der städtischen Weiher

Landkreis (geiss).

Schlittschuhe, Handschuhe, Schal, Hammer das sollte man in diesen Tagen dabei haben, wenn man sich auf diverse zugefrorene Weiher in der Region wagt. Hammer? Natürlich nur um die Eisdicke zu überprüfen, wie Stefan Gut von der Wasserwacht Krumbach rät. Aber auch sonst gibt es einiges zu beachten, wenn man gefahrlos Pirouetten auf dem Eis drehen will.

„Wenn das Eis am Rand trägt, wo es wegen der Erdwärme noch am dünnsten ist, dann trägt es meistens auch in der Mitte“, meint Stefan Gut, kommissarischer Vorstand der Wasserwacht Krumbach. Um die Dicke zu überprüfen, empfiehlt er, mit einem Hammer, das Eis abzuklopfen, bevor es betreten werde. „Generell sollte man ein zugefrorenes Gewässer nie bei Tauwetter betreten“, warnt Gut.

Im Ernstfall, wenn das Eis schon kracht, solle man sich flach auf den Boden legen „um das Gewicht besser zu verteilen“ und ans Ufer robben. Sei der Einbruch bereits passiert, so solle man versuchen, sich so schnell wie möglich ohne Panik aus dem Eisloch zu befreien. „Bereits nach drei bis fünf Minuten hat man wegen der Eiseskälte nicht mehr die nötige Kraft in den Fingern, um sich herauszuziehen. Da kann man nur noch versuchen, sich festzuhalten.“

„Nicht die Hand geben“

Auch wenn man einen Einbruch beobachtet, ist schnelle Reaktion gefragt: Zu allererst müsse ein Notruf abgesetzt werden (an die 19222 oder 110 beziehungsweise 112), danach könne man versuchen, mit einem starken Stock in der Hand in die Nähe des Eislochs zu robben. „Dem Verunfallten auf keinen Fall die Hand geben, die lässt der nie mehr los“, warnt Gut eindringlich die Folge könnten schließlich zwei Eingebrochene sein. An den Krumbacher städtischen Weihern lägen aber gerade für den Notfall „Eisleitern“ bereit, die zur Rettung genutzt werden könnten.

„Innerhalb von fünf Minuten sind wir unterwegs, wenn wir alarmiert werden“, meint der Wasserwacht-Vorstand. Sie seien eine Schnelleinsatz-Truppe von 15 Personen, die mit Piepser für Notfälle ausgestattet seien. Mit einem schwimmfähigen „Eisrettungsschlitten“, könnten sie dann gefahrlos bis an das Eisloch heranfahren und den Verunglückten „sogar mit der Hand, ohne Eigengefährdung“ herausziehen, beschreibt Gut.

Täglich überprüft

Wohl eher auf der sicheren Seite ist man jedoch dann, wenn man nicht auf privaten Weihern „auf eigene Gefahr“ Schlittschuh läuft. Denn die städtischen Eislaufmöglichkeiten Schnalzger Weiher, Leidescher Weiher und Stadtpark-Weiher würden vom Krumbacher Bauamt täglich auf die Eisdicke überprüft, „sobald es Minusgrade gibt“, versichert Björn Nübel, Leiter der Behörde. Solange die Sicherheitsstandards nicht erreicht seien, würde ein „Betreten Verboten“-Schild darauf hinweisen, erklärt Bürgermeister Willy Rothermel. „Erst wenn die Eisdicke eine bestimmte Stärke erreicht hat, wird der Weiher freigegeben und das Schild entfernt“, so Rothermel weiter. „Derjenige, der den Weiher betritt, wenn er noch nicht freigegeben ist, oder an Bereichen, die von der Freigabe ausgenommen sind, der haftet selbst, wenn etwas passiert“, stellt der Bürgermeister klar.

Der Schnalzger Weiher ist inzwischen von der Stadt freigegeben worden, auch wenn das Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ bis Freitagnachmittag noch nicht entfernt worden ist. Um das Eislaufen auch noch zu späterer Stunde zu ermöglichen, soll am Abend die Flutlichtanlage eingeschaltet werden. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass sich die Freigabe nur auf den Schnalzger Weiher bezieht. Andere Eisflächen würden laut ausdrücklichem Hinweis der Stadtverwaltung nicht den Sicherheitsstandards entsprechen.

Die Weiher bei Thannhausen und Balzhausen sowie der Oberrieder Weiher bei Breitenthal würden nicht auf Sicherheitsstandards überprüft teilten die zuständigen Bürgermeister und Verwaltungen mit. Das Betreten sei generell auf eigene Gefahr.


Bericht am 20.01.2006 in den Mittelschwäbischen Nachrichten


Bericht am 02.01.2006 in den Mittelschwäbischen Nachrichten

Den Jahresausklang einmal ganz eiskalt angehen

Silvesterschwimmen der Krumbacher Wasserwacht im Oberrieder Weiher bei Breitenthal mit Gänsehaut, aber: „Danach friert dich nichts mehr…“

Von unserem Mitarbeiter Rainer Nissen

Breitenthal

Geradezu anmutig scheint der Oberrieder Weiher mit seiner schneebedeckten Eisschicht bei strahlendem Sonnenschein am bisher wohl schönsten Tag dieses Winters in die Landschaft eingebettet zu sein. Gleißend reflektiert die ebene Schneefläche einen Tag vor Silvester das Licht der tief stehenden Mittagssonne. Winterliche Ruhe ausstrahlend lockt das malerische Naherholungsgebiet warm angezogene Spaziergänger an. Unversehens wird die Idylle jedoch durch eine weithin hörbare Kettensäge zerstört.

In der Nordwestecke des Sees, dort wo sich der Kiosk befindet, befreien Krumbacher Wasserwachtler das Wasser von seiner eisigen, etwa zehn Zentimeter starken Decke. Das sind die entscheidenden Vorbereitungen für das traditionelle Silvesterschwimmen der Wasserwachtgruppe. Ohne diesen Einsatz ließe der See bestenfalls ein Schlittschuhlaufen zu.

24 Stunden später finden sich knapp hundert warm angezogene Schaulustige am Weiher ein. Das Wetter hat umgeschlagen. Gegenüber dem Vortag herrschen annähernd Badetemperaturen ­könnte man jedenfalls meinen. Dass das persönliche Temperaturempfinden jedoch nicht unbedingt etwas mit der Realität zu tun haben muss, zeigt sich Minuten später. Während Kinder Schneebälle in das, am Vortag ausgesägte, etwa zehn mal zwanzig Meter große Eisloch werfen und ein Taucher die Badestelle von kleinen Eisschollen befreit, schlüpfen vierzehn Silvesterschwimmer im beheizten Zelt in ihr Badedress Badehose und Badeanzug sowie eine eher originelle als wärmende Bobbelkapp. Und bei hoher Luftfeuchtigkeit beginnt der stete Südwind auch die warm eingepacktem Zuschauer langsam auszukühlen.

Staunende Kinderaugen gibt es zu sehen, als die Schwimmer aus dem Zelt heraus kommen und sich gelassen einen Weg durch die Schaulustigen hindurch zur Badestelle bahnen. Während die erwachsenen Schaulustigen bei dem Gedanken hier und jetzt baden zu gehen schaudern, fragt ein kleines Mädchen seine Mutter: „Wissen die denn nicht, dass das ungesund ist?“ Für sie liegt hier eine gänzlich unpassende Winterbekleidung vor.

Aber richtig groß wird das Staunen, als die Schwimmer unter Anfeuerungsrufen der Zuschauer ohne großes Zögern auch noch ins Wasser gehen. Da entfährt es selbst einer erwachsenen Zuschauerin: „Mir ist es ein Rätsel, wie man das aushalten kann.“ Ihre Nachbarin gibt darauf zu bedenken: „Wenn einer jeden Tag warm duscht, kann das nicht gesund sein.“ Wasserwachtarzt Dr. Max Drexel weist darauf hin, dass man in derartig extreme Situationen nur rein gehen sollte, wenn keine Erkrankungen vorlägen und ergänzt: „Für den Körper ist das Stress pur. So eine akute Kälte hält man nicht lange aus. Adrenalin wird aktiviert und die ganzen Reserven werden mobilisiert, um Wärme zu produzieren.“ Im Zusammenhang mit Saunieren oder Kneippen zeigt Drexel aber auf, dass mit kaltem Wasser regelmäßig und wohl angewendet eine abhärtende Wirkung erzielt werden könne.

Unterdessen scheinen sich die Badenden in ihrem begrenzten Terrain recht wohl zu fühlen. Sie schwimmen ein paar „Bahnen“ vom Ufer bis zur beginnenden Eisschicht und zurück und frotzeln über die Wassertemperatur. Nach rund drei Minuten treibt es die Ersten aus dem Wasser. Mit geröteter Gänsehaut geht es zielstrebig an den applaudierenden Zuschauern vorbei zum wärmenden Zelt.

Einige Schwimmer scheinen nach ihrem eisigen Bad jedoch völlig kälteunempfindlich geworden zu sein. Cool stehen sie nur mit Badehose bekleidet und einem über die Schulter gelegten Handtuch am Ufer und unterhalten sich.

Unter ihnen ist auch Stefan Gut, der technische Leiter der Wasserwacht Ortsgruppe Krumbach: „Wenn du da drinnen warst, dann friert dich nichts mehr“, bemerkt er zur Lufttemperatur. Die Krumbacher Wasserwachtler sind stolz darauf, dass ihre Traditionsveranstaltung, die Georg Uhl Anfang der 80er-Jahre eingeführt hat, „weit und breit das einzige Event dieser Art ohne Neopren“ ist

Auf der Homepage der Wasserwacht gibt es weitere Informationen und bereits eine Einladung zum Silvesterschwimmen 2006: www.wasserwacht-krumbach.de


Beim Silvesterschwimmen einen warmen Kopf behalten.

Hauptsache der Kopf wird warm gehalten eine Devise beim Silvesterschwimmen der Wasserwacht Krumbach im Oberrieder Weiher. Das einzige Silvesterschwimmen im Landkreis lockte nicht nur zahlreiche „Eiswasser-Gehärtete“ an, sondern noch mehr Zuschauer. Die allerdings fror es angesichts der halb-nackten Tatsachen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auch unter der wärmenden Winterkleidung. Mehr zu dem nass-kalten Vergnügen auf unserer Sonderseite 27.

Bild: Rainer Nissen